Maßgeschneiderte Cloud-IT: Microsoft Azure liebt OpenSource

Web-Server-Farmen

Web-Server-Farmen beispielsweise werden je nach Performance- und Lastanforderungen horizontal bedarfsgerecht auf- und ab-skaliert.

So betreiben Unternehmen beispielsweise Web-Server Farmen die im regulären Betrieb aus nur zwei Azure VM Instanzen bestehen, sollte aber die Last auf der Webseite steigen, werden dynamisch weitere Instanzen provisioniert und der Webserver-Farm hinzugefügt und die Last über alle Knoten verteilt.

Weiterhin betreiben viele Unternehmen aus guten Grund Test-, Entwicklungs- und Abnahme-Umgebungen, die eigentlich nur dann benötigt werden, wenn eben getestet, entwickelt oder Changes abgenommen werden müssen. Die übrige Zeit können diese Azure VM Instanz auch beendet gehalten werden, sodass keine Kosten für Azure Compute und RHEL-Abonnements anfallen.

Häufig ist es auch nicht notwendig, Azure Instanzen 24×7 zu betreiben. So kennen wir viele Unternehmen, die eben bestimmte Anwendungen und damit Azure VM Instanzen eben nur innerhalb der vereinbarten Geschäftszeiten zur Verfügung stellen. Beispielsweise nur montags bis freitags von 06:00 bis 22:00 Uhr.

Gerade für diese Anwendungsfälle entfaltet schlussendlich die Cloud Ihre Agilitätsvorteile.

 

Rechnen wir wieder ein paar Beispiele durch:

 

  1. Betrieb einer Instanz nur zu Geschäftszeiten (06:00 bis 22:00 Uhr)

Azure VM Instanz-Größe A8v2 (4 Kerne), Betrieb 5 Tage x 16 Stunden x 4,428 Woche/Monat = 355 Stunden (aufgerundet)

(Bild: Screenshot via Microsoft)

 

Preisunterschied: 38,92 Euro / Monat

On-Demand467,04 Euro/Jahr
Cloud Access750 Euro/Jahr
GewinnerOn-Demand
Kostenvorteil284,96 Euro/Jahr

 

Erkenntnis: Betreibt man eine Azure VM Instanz nur zu normalen Geschäftszeiten (16 Stunden pro Werktag), ist die On-Demand Lizenzierung immer günstiger.

 

  1. Betrieb einer Web-Server Farm bestehen aus 2 bis 6 Instanzen

Im folgenden berechnen wir die Unterschiede für:

  • 2 Azure VM Instanzen in der Größe A8v2, Betrieb 24×7, 365 Tage pro Jahr
  • 4 Azure VM Instanzen in der gleichen Größe, die nur 30% der Zeit benötigt werden

(Bild: Screenshot via Microsoft)

 

Preisunterschied: 1031,35 – 769,99 = 261,36 Euro /Monat

On-Demand3.136,32 Euro/Jahr
Cloud Access6 x 750 = 4.500 Euro/Jahr
GewinnerOn-Demand
Kostenvorteil4500-3136,32=1363,68 Euro/Jahr

 

Erkenntnis: Gerade für dynamisch skalierende Umgebungen kann On-Demand deutlich attraktiver sein.

Nun stellt sich allerdings die Frage, ab welchen Grad der Nutzung einer Azure Instanz Größe wird On-Demand unwirtschaftlich. Die Rechnung ist einfach: 81,56 / 744 = 0,1096 sind die Mehrkosten pro Stunde für das RHEL-Abonnement im On-Demand-Verfahren.

Kosten für eine RHEL-Abonnement mit Cloud Access im Jahr 750 Euro geteilt durch die Mehrkosten für ein RHEL-Abonnement aus dem Azure Marketplace 0,1096 Euro/Stunde ergibt bei circa 6.843 Stunden Betriebszeit einer Azure Instanz im Jahr, wird Cloud Access günstiger.

6.843 Stunden im Jahr entsprechen 6843 / 12 = 570,25 Stunden im Monat. Bei 744 theoretisch verfügbaren Stunden im Monat, entspricht das in etwa 76 Prozent der Laufzeit.

Erkenntnis: Wenn eine Azure VM Instanz maximal 570,25 Stunden pro Monat, also 76 Prozent der Zeit aktiv läuft, ist On-Demand günstiger. Nur bei über 76 Prozent Nutzungszeit, ist die Cloud Access Lizenzierung günstiger.

Hierzu ein paar Beispiele:

  • Eine Laufzeit von 06:00 bis 20:00 Uhr, nur Werktags, (also 5 Tage die Woche á 14 Stunden) entspricht circa 310 Stunden Laufzeit und damit weniger als 50 Prozent. Hier rechnet sich die On-Demand Variante.
  • Eine Laufzeit von 04:00 bis 22:00 Uhr, täglich, (also 7 Tage die Woche á 18 Stunden) entspricht circa 558 Stunden Laufzeit. Also 75 Prozent. Somit rechnet sich hier gerade noch die On-Demand Variante

Erkenntnis: Clever sein und Azure VM Instanzen nach Bedarf rauf und runterfahren spart Geld. Viel Geld. Und wenn Sie das tun, fahren Sie mit der On-Demand-Variante immer günstiger.

Wenn man nur die maximale Kosteneffizienz erzielen möchte, kann man durchaus auch darüber nachdenken, die Lizenzierungsvarianten zu mischen.

Beispielsweise für produktive Server, die 24×7 laufen Cloud Access verwenden und für Systeme die nur bei Bedarf gestartet werden, mit On-Demand arbeiten.

Allerdings könnte man der Meinung sein, dass eine vereinheitliche Lizenzierungsform viele Vorteile bietet. Letztendlich spart man sich beispielsweise bei der On-Demand-Variante Vertrags- und Preisverhandlungen mit Red Hat bzw. seinem Red Hat Partner und kann sofort loslegen.

Auch ist es gegebenenfalls einem Cloud Architekten nicht zuzumuten, von Workload zu Workload zu entscheiden, welche Lizenzierung und welcher Beschaffungsweg der effizienteste ist.

Außerdem kann sich ein Bedarf und die damit verbundene Betriebszeit einer Azure VM Instanz auch sehr schnell ändern. Beispielsweise werden im Rahmen von großen Changes Test- und Entwicklungssysteme phasenweise rund um die Uhr benötigt, wenn der Change abgeschlossen ist, aber fast gar nicht mehr.

Aus unserer Sicht ist die Flexibilität im On-Demand-Modell durchweg überzeugend. Insbesondere dann, wenn man die Vorteile der Cloud Architektur voll ausnutzt und seine Infrastruktur bedarfsgerecht skaliert.