Jeder vierte Rentner will die Web-Sprechstunde

Eine medizinische Beratung über das Internet kann eine attraktive Alternative zum Arztbesuch sein. Sogar bei den Internetnutzern ab 65 Jahren ist ein Viertel der Web-Sprechstunde gegenüber aufgeschlossen.

Den Arzt konsultieren, ohne das Eigenheim zu verlassen. Dank der digitalen Transformation könnten sich Smartphones, PCs, Tablets und selbst Smart-TVs zum Tool der Arztpraxen entwickeln.
Und diese Idee stößt gerade bei älteren Internetnutzern auf Zuspruch. Rund 24 Prozent der Deutschen ab 65 Jahren wären demnach laut einer BITKOM-Umfrage bereit, sich über das Web von einem Arzt beraten zu lassen. Ganze 68 Prozent informieren sich dabei schon heute über Gesundheitsthemen im Web. Selbst bei den Befragten ab 80 Jahren zeigt sich jeder Fünfte einer Online-Beratung gegenüber aufgeschlossen.

„Eine ärztliche Online-Beratung, zum Beispiel per Videochat, kann den Praxisbesuch häufig ersetzen, etwa bei vielen chronisch Kranken.“  (Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer der BITKOM)

BITKOMs Experten sehen dabei gerade in dünn besiedelten und medizinisch schlecht versorgten Regionen einen steigenden Bedarf an Online-Beratung. Von der Vorsorgeuntersuchung bis hin zur Betreuung chronisch Kranker Patienten könnte sich hier die Web-Sprechstunde bald schon etablieren.

Vorteile der Online-Beratung in Deutschland noch nicht verinnerlicht

Bisher sind der Online-Sprechstunde jedoch noch enge Grenzen seitens Gesetz und Zuspruch der Bevölkerung gesetzt. So verhindert das sogenannte Fernbehandlungsverbot in Deutschland bisher jede anerkannte medizinische Konsultation über das Internet.

Zudem haben sich 76 Prozent der Befragten bisher nicht mit der Thematik der Online-Beratung auseinandergesetzt und können sich diese Methode „noch nicht vorstellen“ (BITKOM).
Die Vorzeichen stehen für die Zukunft der medizinischen Web-Konsultation jedoch gut. Dank der fortschreitenden Digitalisierung des Gesundheitswesens käme es laut BITKOM zu einem Wandel, der sich letztendlich auch auf die Gesetzgebung auswirken könnte.

So dienen schon jetzt Smartphones und Wearables als medizinische Helfer, die mit Tracking-Funktionen die Vitaldaten der User aufzeichnen und auswerten. Die Übermittlung solcher bisher rein privaten Daten an Ärzte und medizinische Institutionen wäre demnach nur eine Frage der Zeit.

 

Dieser Artikel wurde von Wolfgang Emmer verfasst. Der Autor unterstützt das cloudmagazin bei der Berichterstattung zu aktuellen Themen aus der Business-IT. Seine Spezialgebiete sind Rechenzentrums- und Mobilitythemen. Twitter: @W_E_Tweet.

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